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Junge und Mädchen machen eine Kissenschlacht, Federn fliegen im Vordergrund
Lesezeit ca. 8 Min.
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Bewegungs­mangel bei Kindern: Was Eltern tun können

Klettern, springen, toben – Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang, aber gerade zu Hause nicht immer die Möglichkeit, diesen auszuleben. Platzmangel, aber auch vermehrter Medienkonsum bremsen zusätzlich die Motivation der Kleinen. Wir fragten Expertin Tanja Linhard, wie Eltern nachhelfen können.

„Bewegungsmangel bei Kindern führt häufig zu Rückenschmerzen, Übergewicht, Koordinations- und Herz-Kreislauf-Schwäche. Ihre fehlende Bewegung im Alltag kann aber auch negative Auswirkungen auf die Lern- und Leistungsfähigkeit und das Selbstwertgefühl haben. Deshalb ist es sehr wichtig, den Kindern eine Begeisterung für jegliche Art von Bewegung zu vermitteln."

Tanja Linhard

Tanja Linhard

Tanja Linhard ist Expertin zum Thema Bewegung bei Kindern. Wir fragten die Dozentin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und der BSA-Akademie, wie sich zu wenig Bewegung auf die Gesundheit von Kindern auswirkt und wie Eltern ihre Kinder motivieren können, sich zu Hause mehr zu bewegen.

Erlebnisorientierte Bewegung

Eltern sollten besonders darauf achten, die Aktivität mit positiven Erlebnissen zu gestalten, um den Kindern mehr und mehr den Spaß und die Freude an Bewegung näherzubringen. Und es natürlich selber auch vorleben.

Eine gemeinsame Radtour kann mit Wettrennen, Geschicklichkeitsfahren, zum Beispiel Slalomfahren um Markierungen oder Ähnlichem, aufgefrischt werden. Wanderungen können mit Klettern über Steine am Fluss, mit kinderfreundlichen Ausflugszielen wie zum Beispiel Badeseen oder Spielplätzen oder mit Fang- und Ballspielen spannend gestaltet werden. Alles, was Spaß und Freude bringt, ist motivierend!

Sportliche Ideen für zu Hause

Um Bewegung in den Alltag zu integrieren, können Eltern ihren Kindern Wochenaufgaben vorschlagen, die Kraft, Koordination und Beweglichkeit fördern. So könnte ein solches Programm aussehen: 

  • 1. Woche: Mindestens 1 × am Tag eine Treppe beidbeinig hochhüpfen.
  • 2. Woche: Täglich auf allen vieren 5 × um 2 Stühle bewegen.
  • 3. Woche: Täglich auf einem Bein stehend einen Ball 10 × in die Luft werfen und wieder fangen, dann das Bein wechseln.

Als Anerkennung für das absolvierte Programm können Eltern ihre Kinder mit einer kleinen Belohnung, wie zum Beispiel einem Lieblingsgericht, einem Ausflug oder einer gebastelten Medaille, überraschen und der Nachwuchs startet so motiviert in die nächsten Bewegungswochen.

Wir haben Kinder gefragt: Wie fühlst du dich, wenn du dich nicht bewegen kannst?

Podcast: So werden Eltern und Kinder zum guten Team

Besonders während der Pandemie sind Sport und Bewegung bei den Kleinen zu kurz gekommen. Sportunterricht, Training im Verein oder auch gemeinsames Toben auf dem Spielplatz waren nicht möglich. Gründe genug, den Nachwuchs mit sportlichen Ideen zu begeistern. Jedoch sollten auch Eltern ihre Bedürfnisse dabei nicht vergessen – immerhin haben sich die eigenen vier Wände dank Homeoffice und Homeschooling immer mehr in eine Mischung aus Büro und Schule verwandelt. Das Zuhause als Ort zum Krafttanken? Kaum noch gegeben. Im Audi BKK Podcast erzählt Expertin Julia Schmidt-Jortzig vom Podcast „Elterngespräch“, wie Eltern sich Freiräume schaffen und gleichzeitig die Bedürfnisse des Kindes im Blick behalten können.

Bildnachweis

Allen Taylor (Unsplash.com)

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