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Ein Baby mit schwarzem Schopf liegt schlafend auf dem Bauch eines Mannes mit einem schwarzen Dreitagebart. Das Baby trägt einen Body mit roten und schwarzen Streifen, der Mann ein weißes T-Shirt. Die Hand des Mannes ruht sanft auf dem Rücken des Babys.
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Schlaflose Nächte? Profi-Tipps für einen besseren Babyschlaf

Frischgebackene Eltern wissen: Babys und Schlaf sind eine Gleichung, die nur selten aufgeht. Wie man trotzdem bei Kräften bleibt, erklärt Kinderkrankenschwester und Schlafexpertin Franziska Greiner.

Immer schön wach(sam) bleiben

„Dass Babys erst mal besondere Schläfer sind, ist ganz natürlich“, sagt Franziska Greiner. Entwicklungstechnisch sei ein Durchschlafen in den ersten Monaten noch gar nicht möglich. „Wenn Babys auf die Welt kommen, müssen sie erst mal in den Tag Nacht-Rhythmus finden. Danach machen sie noch so viele Sprünge, in denen sich das Gehirn entwickelt – da findet ein Baby nur schwer Ruhe.“ 

Überlebenswichtig

Nicht zuletzt ist der leichte Schlaf der Kleinen auch eine Überlebenshilfe. Denn in einem Baby arbeitet noch das Urprogramm, das es früher vor Gefahren schützen sollte: Wird es in der Wildnis allein gelassen, ist es schutzlos. „Deshalb ist es auch heute noch in einer Habachtstellung und vergewissert sich immer wieder, dass Mama und Papa noch da sind.“ Für diese sind die löchrigen Nächte natürlich eine echte Heraus­forderung, die den Akku schnell leerlaufen lässt. Die gute Nachricht: Es gibt Stellschrauben, an denen man drehen kann.

Innere Haltung

Wichtig sei, die innere Haltung zu überprüfen, sagt Franziska Greiner. Denn wenn man schon gestresst in die Nacht geht, spürt das Baby das. Tipp: Die eigenen Erwartungen anschauen und gegebenenfalls anpassen. In den ersten sechs Monaten müsse man mit der Schlafentwicklung eines Babys geduldig sein. „Mit zehn Monaten braucht es aber eigentlich nicht mehr alle 45 Minuten weinend aufzuwachen.“ Gut zu wissen: Die Schlafentwicklung ist erst mit drei Jahren abgeschlossen.

Passt der Tagesablauf?

Tut sich auch das ältere Baby oder Kleinkind noch schwer mit dem Schlaf, schaut sich Franziska Greiner den Tag genauer an: Werden alle wichtigen Bedürfnisse gestillt? Isst es genug? Bekommt es genug Kuscheleinheiten? Wie viel echte Aufmerksamkeit erfährt es? „All das spielt eine essenzielle Rolle für den Schlaf. Manche Babys holen das nachts nach.“

Ressourcenteilung

Beide Elternteile sollten eingespannt werden und so die Ressourcen aufteilen. Eine stillende Mutter ist natürlich nur schwer zu ersetzen. „Aber dann soll sie sich am Tag mal hinlegen können“, so Greiner. Wenn Eltern können, sollten sie sich nicht scheuen, Hilfe zu holen – durch Großeltern, Freunde oder Nachbarn. Jede kleine Pause zählt.

Achtsamkeit

„Und nicht erst Hilfe holen, wenn der Tank schon leer ist“, mahnt Franziska Greiner. „Rausgehen, darüber sprechen!“ Denn wenn man nicht für sich selbst sorgt, kann man nicht gut für sein Kind sorgen. Gerade für junge Eltern ist Achtsamkeit sich selbst gegenüber immens wichtig. Sich immer wieder zu fragen: Wo ist meine Grenze? Ist sie vielleicht schon längst überschritten? Fürsorge bedeutet auch Selbstfürsorge.   

Bildnachweis

Artikeleinstieg: Nikola Stojadinovic (istockphoto.com)

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