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Ein Kind mit braunen Haaren blickt traurig in die Ferne. Es trägt ein Bärenkostüm und wirkt einsam.
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Kinder in Coronazeiten: Wenn den Kleinen das Sozialleben fehlt

Corona hat unser Sozialleben extrem eingeschränkt. Vor allem Kinder, die erst lernen, sich in das Zusammenleben einzufinden, mussten auf wichtige soziale Kontakte verzichten. Welche Folgen hat das für Körper, Geist und Seele?

Körper

In der Pandemie sind Eltern für ihre Kinder der Fels in der Brandung. Das zeigt sich zum Beispiel, wenn die Kleinen vermehrt Kuscheleinheiten von ihren Bezugspersonen einfordern. Durch Umarmungen und Troststreichler holen sie sich die Bestätigung auf die Frage: „Bist du für mich da?“ 

Allgemein ist Körperkontakt ein wichtiger Faktor in der Entwicklung des Kindes, für Babys sogar ein überlebenswichtiger. Die Wissenschaft geht davon aus, dass ein Säugling ohne liebevolle Zuwendung nicht überlebensfähig ist. Gerade in den ersten Lebensmonaten stärkt Körperkontakt die Bindung zwischen Baby und Eltern, sorgt für ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. 

Auch wenn das Kind älter und unabhängiger wird, bleibt Nähe wichtig. Ob diese sich durch Kuscheln oder im gemeinsamen Spiel ausdrückt, unterscheidet sich von Kind zu Kind. Wichtig ist, dass die Eltern auf die individuellen Bedürfnisse achten und sich dafür Zeit einräumen.

Geist

Mangelnder Kontakt zu Gleichaltrigen hinterlässt bei Kindern und Jugendlichen Spuren. In verschiedenen Umfragen während der Lockdowns bewerteten junge Menschen ihren psychischen Zustand seit Corona schlechter als vorher. Aussagekräftige Ergebnisse über das tatsächliche Ausmaß können aber erst am Ende der Pandemie getroffen werden. Einige Forscher und Forscherinnen glauben, dass viele Kinder mental gestärkt aus der Ausnahmesituation hervorgehen werden. 

Voraussetzung dafür sind unter anderem eine belastbare Beziehung zu einer Bezugsperson wie Mutter oder Vater und eine stabile finanzielle Situation zu Hause. Wichtig ist auch, dass die Eltern den eigenen Stress nicht auf das Kind übertragen. Druck sollten die Erwachsenen über ein Ventil wie Sport oder Entspannung ablassen. Das fördert nicht nur das Familienklima, sondern auch die Psyche des Nachwuchses.

Seele

Haben Kinder, die während Corona zur Welt kamen, einen Nachteil? Eine USamerikanische Studie will herausgefunden haben, dass sogenannte „Pandemie- Babys“ ein kognitives Defizit im Vergleich zu Säuglingen aus den Vorjahren haben können. Weil die Eltern unter Corona-Stress und Erschöpfung leiden, beschäftigen sie sich weniger mit ihren Kindern, so die Erklärung der Forscher. 

Physisch sind Vater und Mutter zwar anwesend, können dem Baby aber weniger kognitive Anreize und emotionale Nähe bieten. Achtsamkeit in den Familienalltag einzubauen und bewusst Momente mit dem Nachwuchs zu verbringen, kann in dieser Situation helfen. Genauso ist aber auch eine elterliche Auszeit wichtig, um Stress abzubauen.

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Bildnachweis

Artikeleinstieg: portishead1 (istockphoto.com)

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