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Eine junge Frau steht vor einem dunklen Hintergrund und schaut ernst in die Kamera. Vor Ihrem Mund ist ein Suchschlitz platziert, so dass es aussieht, als würde sie zensiert.
Lesezeit ca. 8 Min.
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Medienkompetenz – die eigenen Daten schützen

Mal eben eine Story auf Instagram gepostet, die TikTok-Challenge abgedreht oder die Lootbox für das Onlinespiel gekauft – und schon befinden sich im Netz überall persönliche Daten. Was passiert mit ihnen? Wie sicher sind sie? Warum Medienkompetenz so wichtig ist.

Wir alle hinterlassen Spuren im Internet. Beim Shoppen, Kommentieren oder Posten von Fotos, Nachrichten und Videos. Andere können sich leicht ein Bild von uns machen, denn wir geben viel von uns preis. Unsere persönlichen Daten sind dabei oft schlecht geschützt oder wir geben sie sogar freiwillig heraus. Sie sind leichte Beute im Netz – und das ist gefährlich.

Daten können missbraucht werden

Persönliche Daten sind wertvoll. Mit ihnen können zum Beispiel Unternehmen gewisse Entscheidungen von User:innen vorhersagen: Was wurde in der Vergangenheit gekauft oder angesehen, was könnten Produkte sein, die jetzt interessieren. Mitunter werden genaue Profile über uns erstellt, aus denen zu lesen ist, wann wir wo waren, was wir eingekauft oder uns angesehen haben. Daten werden auch gewinnbringend weiterverkauft oder für kriminelle Zwecke wie Identitätsdiebstahl oder Onlineeinkäufe missbraucht. Im Netz gibt es viele Wege, wie Dritte an unsere Daten gelangen können.

So werden im Netz Daten gesammelt

… über soziale Netzwerke: Mit Posts, Fotos und Videos auf sozialen Netzwerken wie Instagram oder TikTok geben wir tiefe Einblicke in unser Privatleben – mittlerweile ist das ganz normal. Je privater die Daten, umso vorsichtiger sollte man aber sein. Eine Frage sollte man sich vor dem Posten immer stellen: Will ich wirklich dieses Bild oder diese Info veröffentlichen oder privat verschicken? Beteiligte Personen können eine heikle Aufnahme einfach weitergeben, sie denken sich vielleicht nichts dabei und aus Spaß wird Ernst. Im schlimmsten Fall ist man mit diesen Daten sogar erpressbar.

… über Standortdaten: Das Smartphone kann mit verschiedenen Techniken getrackt werden, zum Beispiel mit der IP-Adresse, der individuellen Nummer, die jedem Gerät im Internet zugewiesen wird. Genutzt wird die IP-Adresse unter anderem für Streamingdienste oder Mediatheken, die so den Zugriff aus bestimmten Ländern sperren. Neben der IP-Adresse kann das Smartphone über GPS, WLAN-Netze oder Funkzellen geortet werden. Diese Technik kommt zum Beispiel zum Einsatz, wenn wir Navigationsapps oder ortsbezogene Spiele nutzen. Manche Apps sammeln auch dann Standortdaten, wenn diese für die eigentliche Funktion gar nicht benötigt werden.

… über Formulardaten: Bei Websites und Apps werden wir häufig nach persönlichen Daten gefragt – zum Beispiel, wenn wir uns Accounts oder Profile anlegen. Doch Vorsicht! Diese Daten können dazu genutzt werden, genaue Profile über User:innen zu erstellen. Schlimmer noch: Geraten diese sensiblen Daten in falsche Hände, können sie für illegale Machenschaften wie Adresshandel oder Missbrauch von Zahlungsdaten eingesetzt werden.

… über Apps: Apps greifen auf Dateien auf dem Smartphone zu. Das tun sie mitunter ohne Einverständnis der User:innen und ohne, dass diese Daten für die Nutzung der App notwendig wären. Dazu gehören zum Beispiel Zugriffe auf das Telefonbuch oder den Standort.

… über Cookies: Auf beinahe allen Websites werden kleine Datensätze im Browser auf unseren Geräten gespeichert. Das sind die sogenannten „Cookies“. Es gibt nützliche Cookies, die bestimmte Schritte auf der Website verfolgen und uns zum Beispiel bei einem Einkauf nützliche Dienste leisten, wenn wir ein Produkt in den Warenkorb legen. Es gibt aber auch Cookies, die sich auf dem eigenen Rechner festsetzen und das Nutzerverhalten studieren, zum Beispiel wie und was wir im Netz surfen. Daher ist es sinnvoll, nur temporäre Session-Cookies zuzulassen und solche von Drittanbietern zu deaktivieren. Wichtige Infos dazu, was Sie aktiv gegen Cookies tun können, erfahren Sie in den FAQs.

Tipps: Daten sicher machen

  • Sich immer wieder bewusst machen, wie wertvoll die eigenen Daten sind und dementsprechend vorsichtig damit umgehen. Am besten verschiedene Mailadressen für private und öffentliche Tätigkeiten nutzen, niemals die Handynummer posten. Nicht den Klarnamen verwenden.
  • So wenig Persönliches wie möglich öffentlich machen: Einmal im Internet, lassen sich Posts, Videos und Fotos nur schwer löschen.
  • Regelmäßig die Cookies im Webbrowser löschen. Es gibt außerdem Browsererweiterungen, mit denen sich viele Cookies sperren lassen.
  • Eine App fordert dubiose Zugriffe auf das Smartphone? Besser nicht installieren.

Aus datenschutzrechlichen Gründen benötigt YouTube Ihre Einwilligung, um geladen zu werden. Informationen finden Sie in den Datenschutzinformationen

Johanna erzählt von ihren Erfahrungen im Umgang mit sensiblen Daten. ©Klicksafe

Das Recht auf Vergessenwerden

Tatsächlich ist es möglich, dass unsere persönlichen Daten wieder von Webseiten verschwinden. Die Datenschutz-Grundverordnung bietet dafür die rechtliche Grundlage.

Wer persönliche Daten auf Webseiten löschen lassen möchte, kann sich an die Datenschutzbeauftragten der jeweiligen Seite wenden. Sie sind in der Datenschutzerklärung zu finden, die für Websites innerhalb der EU Pflicht ist. Es ist auch möglich, sich schriftlich an die Unternehmen zu wenden, wenn man ansonsten keinen direkten Kontakt zu den Datenschutzbeauftragten aufnehmen kann.

Augen auf – diese Gefahren lauern im Netz

Cybermobbing

Ausgrenzung, Betrug und Schikane geschehen nicht nur auf dem Schulhof, im Klassenzimmer, oder am Arbeitsplatz, sondern auch in sozialen Medien. Genauso wie beim realen Mobbing fühlen sich Opfer von Cybermobbing emotional ausgeliefert und hilflos.

Hatespeech

Hass, Diskriminierung und Hetze finden leider in vielen sozialen Netzwerken oder Foren ein Sprachrohr. Häufig beinhalten sie rassistische oder sexistische Beleidigungen, stiften zur Gewalt an oder verunglimpfen Mitglieder bestimmter Glaubensrichtungen.

Verschwörungstheorien

Echsenmenschen, Flacherde, Chemtrails – Verschwörungsmythen gibt es viele. Die Gefahr besteht darin, dass sich ihre Glaubensgemeinschaft schnell radikalisiert und sich gegen Wissenschaft, bestimmte Bevölkerungsgruppen oder die Regierung richtet

Cybergrooming

Täter versuchen auf Chatplattformen oder in Onlinespielen, das Vertrauen von Minderjährigen zu erlangen, um sie später sexuell zu belästigen.

Pornographie

Das, was im Internet als Intimität und Sexualität verkauft wird, ist ein extremes Zerrbild der Realität.

Gewalt

Das Internet ist voll von extremen Gewaltdarstellungen. Nicht nur die Gewalt an sich, auch ihre Veröffentlichung stellt eine Straftat dar. Denn das Internet ist kein rechtsfreier Raum.

Kostenfallen

In vielen Spielen gibt es die Möglichkeit, sich gegen Geld Vorteile zu verschaffen, etwa mit sogenannten Lootboxen. Was man bekommt, weiß man nicht – genauso wie beim Glücksspiel. Schnell ist viel Geld ausgegeben – eine gefährliche Sache.

Fakenews

Immer häufiger kursieren Falschmeldungen im Internet. Sie streuen bewusst Desinformationen, um die Meinung anderer Menschen zu manipulieren. Häufig werden sie automatisch von Bots verteilt.

3 Fragen, um Fake News zu enttarnen:

  1. Ist der Inhalt der Nachricht logisch? Wenn nicht, am besten prüfen, ob schon andere seriöse Kanäle, Seiten oder Zeitungen die Meldung gebracht haben. Haben sie nicht? Dann ist es wahrscheinlich eine Fake News.
  2. Gibt es ein Impressum? Jedes Medium, sei es ein Magazin oder eine Website, muss in Deutschland ein Impressum haben. Dort stehen die Informationen dazu, wer die Nachricht herausgegeben hat. Gibt es das nicht, dann Vorsicht.
  3. Wer hat den Text geschrieben? In den sozialen Medien lässt sich häufig das Profil des Absenders einer Nachricht ansehen. Am besten prüfen, ob der Account verifiziert ist, also zum Beispiel mit einem blauen Haken gekennzeichnet ist, und was die Person bisher veröffentlicht hat. So lassen Inhalte hinterfragen.

Gefährliche Inhalte melden oder blockieren

Im Netz gilt das Gesetz, auch wenn einige Menschen das nicht glauben und ohne Hemmungen andere beschimpfen, bedrohen oder unseriöse Inhalte veröffentlichen. Wer im Netz auf dubiose Websites oder Äußerungen stößt, kann dagegen vorgehen. In sozialen Netzwerken lassen sich häufig auf der Plattform Spam, hetzerische Texte oder gewalttätige Inhalte melden, damit sie blockiert werden. Stehen auf anderen Seiten gefährliche Inhalte, können diese zum Beispiel bei der Internet-Beschwerdestelle eingereicht werden. Wer bedroht wird oder in eine Kostenfalle getappt ist, kann auch gerichtlich oder polizeilich gegen die Täter:innen vorgehen. Helfen kann hier zum Beispiel die Opferschutz-Organisation „Der Weiße Ring“ oder in rechtlichen Fragen die Verbraucherzentrale.

FAQ: Was tun gegen Cookies?

Wie lassen sich Cookies löschen?

Sie können regelmäßig alle gespeicherten Cookies in den Einstellungen des Browsers oder auf den Geräten unter „Datenschutz“ oder „Inhaltseinstellungen“ löschen – am besten nach jedem Surfen, mindestens einmal im Monat.

Wie kann man Cookie-Einstellungen verwalten?

Damit Ihre Aktionen von Dritten weniger leicht nachvollziehbar werden, können Sie Ihrem Browser über die Datenschutzeinstellungen mitteilen, wie er mit Cookies verfahren soll. Dort verwalten Sie die zum Cookie-Setzen berechtigten Webseiten und setzen den Drittanbieter-Cookies Grenzen.

Wie gehe ich mit Cookie-Bannern um?

Mit dem Cookie-Banner umgehen Sie Tracking-Cookies und Profiling. Geben Sie Ihr Einverständnis bei der Cookie-Abfrage nur für die notwendigen Cookies. Halten Sie dafür Ausschau nach einem eher grauen oder blassen Button mit dem Hinweis „Einstellungen“ oder „Mehr Erfahren“.  Hier prüfen Sie, ob das Häkchen bei „Essentiell“ beziehungsweise „Notwendig“ platziert ist.

Warum Session-Cookies nutzen?

Konfigurieren Sie den Browser so, dass Cookies automatisch nach jeder Sitzung gelöscht werden. Ein ständiges Tracking und die Analyse Ihrer Daten ist somit viel schwieriger. Beenden Sie dafür immer komplett Ihre Sitzungen, d. h. Sie loggen sich bei Online-Shops und beim Online-Banking aus und schließen den Browser. Das jeweilige neue Einloggen ist zwar unbequem, hat aber den Vorteil, dass ein Missbrauch der Online-Zugänge erschwert wird.

Wie deaktiviere ich Drittanbieter-Cookies?

Wählen Sie in den Browsereinstellungen unter dem Menüpunkt „Datenschutz“ / „Cookies von Drittanbietern akzeptieren“ die Optionen „nie akzeptieren“. Safari-Nutzer finden unter „Datenschutz & Sicherheit“ die Option „Cross-Sitetracking verhindern“ – diese auswählen.

Wie kann ich sicher Surfen?

Prüfen Sie, ob Sie über einen aktuellen Virenschutz, eine Firewall, eine verschlüsselte WLAN-Verbindung sowie eine sichere Browser-Verbindung (beginnt mit: https) verfügen.

Zum Weiterlesen:

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