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Ein Mensch steht vor einem Supermarktregal. In der einen Hand hält er ein Paket Bulgur, in der anderen ein Handy.
Lesezeit ca. 3 Min.
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Hilft der Nutri Score bei einer gesunden Ernährung?

Seit Ende des Jahres 2020 begegnet uns der Nutri-Score, eine Lebensmittelampel bei unseren Einkäufen. Doch sie wirft immer noch Fragen auf: Was genau zeigt sie an? Wie hilft sie bei einem gesunden Lebensstil?

Der Nutri-Score soll eigentlich den Einkauf erleichtern und uns anzeigen, wie gesund ein Lebensmittel ist. Aber was genau kann diese Lebensmittelampel denn anzeigen? Ist sie ein Richtwert dafür, wie viel ich von einem Lebensmittel essen darf? Ist ein eingeschweißtes Brot mit grüner Kennzeichnung gesund? Ist jedes Produkt mit „E“ ungesund? Und sind Produkte mit „A“ unbedenklich? Es gibt viele Fragen und Unsicherheiten.

Kennzeichnungs-Chaos

Tatsächlich ist der Nutri-Score nicht so eindeutig, wie er auf den ersten Blick scheint. Das Problem beginnt mit der Freiwilligkeit. Wenn sich ein Hersteller entscheidet, den Nutri-Score zu nutzen, dann muss er dies konsequent für alle Produkte der Marke tun,
die er für den Nutri-Score angemeldet hat – nicht nur für jene, die gut darin abschneiden.
Er kann sich aber auch entschließen, den Nutri-Score gar nicht einzusetzen. Somit bietet er keine umfassende Übersicht. Auch ist ein „A“-Produkt nicht zwingend gesünder als ein mit „E“ gekennzeichnetes Lebensmittel: Der Vergleich funktioniert nur innerhalb einer Produktkategorie. So kann es beispielsweise sein, dass eine Tiefkühlpizza „im grünen Bereich“ abschneidet, weil ihr Anteil an Gemüse höher oder ihre Nährstoffzusammensetzung besser ist als bei anderen Tiefkühlpizzen – gesund ist sie somit aber trotzdem nicht.

Erkennen Sie mit dem Nutri-Score Zuckerbomben auf den ersten Blick?

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Wenn die Rechnung nicht aufgeht

Grundsätzlich berücksichtigt der Nutri-Score die kritischen Inhaltsstoffe Kalorien, Zucker, gesättigte Fettsäuren sowie den Salzbestandteil Natrium und verrechnet diese mit dem Gehalt an Eiweißen und vorteilhaften Ballaststoffen.

Weitere negative Bestandteile wie Süß-, Farb- und Konservierungsstoffe bleiben bei der Berechnung allerdings außen vor. Das gilt auch für wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine oder ungesättigte Fettsäuren. So kann es zu drastischen Fehlbewertungen kommen: Olivenöl, das in der Regel sehr gesund ist, erhält beispielsweise häufig D- oder E-Bewertungen, da die gesunden ungesättigten Fettsäuren nicht in die Bewertung einbezogen werden, der sehr hohe Fettanteil von Öl aber als negativ bewertet wird.

Die Ernährungspyramide gibt den Überblick

Der Nutri-Score ist daher keine verlässliche Orientierungshilfe für gesundes Essen. Viel hilfreicher ist beispielsweise die Ernährungspyramide.

Gesund durch die Woche

In unserem Handout „Gesund durch die Woche“ finden Sie viele Informationen dazu sowie einen Wochenplan zur gesunden Ernährung:

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Bildnachweis

Artikeleinstieg: oatawa (istockphoto.com)

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