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Auf einem Holztisch stehen ein Teller mit Avocado und Granatapfel, eine Schüssel mit Rohkost und Kernen sowie zwei Gläser: eines mit Wasser, das andere mit einer Schorle. Im Zentrum des Bildes liegt ein Notizblock, links und rechts davon ruhen Hände, die rechte hält einen Stift. Neben der Hand liegt zudem ein grüner Apfel.
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Personalisierte Ernährung: Gibt es die optimale Ernährung?

DNA- oder Stoffwechselanalysen sollen uns dabei helfen, unsere Mahlzeiten zu optimieren und unseren eigenen Bedürfnissen anzupassen. Hilft die sogenannte personalisierte Ernährung uns tatsächlich, besser zu essen und gesünder zu leben? Das ist dran am neuen Trend.

Ernährungstipps warten gefühlt überall: weniger Zucker, bevorzugt Gemüse, Vollkorn­produkte statt Weißbrot, nicht zu viel Kaffee. Diese Tipps gelten für alle Menschen. Doch bekannt ist auch, dass wir nicht alle gleich funktionieren. Der eine kann sehr gut Koffein vertragen, die andere hat schon nach einer Tasse Kaffee Magengrummeln. Einige Menschen können so viel essen, wie sie mögen, und bleiben schlank. Andere nehmen schon zu, wenn sie sich am Wochenende ein Stückchen Kuchen gönnen. Ein individuelles Ernährungskonzept, komplett abgestimmt auf den eigenen Körper, scheint daher eine gute Idee zu sein.

Ernährungsberaterinnen und -berater können mit ihrem Fachwissen bereits fundiert helfen, einen gesunden Ernährungsplan aufzustellen, der zu unseren Bedürfnisse und Lebensweisen passt. Wie viel persönlicher kann Ernährung noch werden? Was ver­spricht der neue Trend an Optimierung?

Das Konzept der personalisierten Ernährung

Basis der personalisierten Ernährung sind bestimmte Untersuchungsergebnisse, zum Beispiel aus Gen-Tests oder Stoffwechselanalysen. Mit ihrer Hilfe will man heraus­finden, wie unser Organismus „tickt“ und wie sich ein persönlicher Speiseplan darauf abstimmen lässt.

Die Idee dazu ist mit dem Forschungsgebiet der sogenannten Nutrigenetik oder Nutrigenomik verbunden. Die Wissenschaft durchleuchten hier die Wechselwirkung von Erbanlagen, Stoffwechsel und Ernährung. Sie suchen nach Genvarianten, die zu einem erhöhten Risiko für Erkrankungen wie zum Beispiel Adipositas, Bluthochdruck oder Diabetes (Typ 2) führen. Ihr Ziel ist es, der idealen Ernährung für jeden Menschen auf die Spur zu kommen – damit wir langfristig gesund bleiben und das Risiko für bestimmte Krankheiten verringern können.

Ist personalisierte Ernährung seriös?

Es gibt mittlerweile Unternehmen, die zum Beispiel DNA-Analysen anbieten und daraus Ernährungsempfehlungen ableiten. Verbraucherinnen und Verbraucher können ihre selbst entnommene Speichelprobe dort einschicken und erhalten dann eine Auswertung mit individuellen Empfehlungen.

Doch Vorsicht: Ernährungsforschende halten diese Angebote für wenig seriös. Zum einen vertraut man sehr persönliche, hochsensible Daten einem Unternehmen an, das man nicht kennt. Zum anderen fehlen bei solchen Gentests in den meisten Fällen eine persönliche, fachliche oder ärztliche Beratung und Begleitung. Die Gesellschaft für Humangenetik warnte schon 2011 vor dieser Art der Gentests. Die Ergebnisse können Fragen oder Unsicherheiten auslösen. Da im Prozess die Begleitung durch qualifizierte Fachpersonen wie beispielsweise Ernährungsmediziner und-medizinerinnen nicht vorgesehen ist, bleiben Fragen unbeantwortet oder Unsicherheiten bestehen. Besonders kritisch wird es dann, wenn im Zuge der Analyse und des Ergebnisses Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden sollen.

Wissenschaftliche Beweise fehlen

Darüber hinaus liegen bis heute keine wissenschaftlichen Belege vor, dass man wirklich von einer individualisierten Ernährung profitiert. Denn aus Gentests lassen sich derzeit keine eindeutigen Vorhersagen treffen, da sie auf Wahrscheinlichkeiten basieren und nur grobe Empfehlungen liefern können – sie sind deutlich weniger persönlich als es den Anschein hat.

Das hat seine Gründe: Es gibt so viele unterschiedliche einzelne Genvarianten, die an Ernährungsprozessen und Gesundheitsrisiken beteiligt sind, dass es sehr schwer ist, dieser Komplexität gerecht zu werden. Die meisten Genvarianten erklären für sich genommen nur einen sehr geringen Teil der Unterschiede zwischen uns Menschen oder erhöhen ein Krankheitsrisiko nur um wenige Prozent. Nach wie vor sieht es so aus, dass der persönliche Lebensstil die deutlich größere Rolle dabei spielt, ob wir gesund bleiben: zum Beispiel, ob wir uns ausgewogen Ernährung und sportlich aktiv sind.

Gentests können motivieren

Fest steht: Die Wissenschaft hat noch viele offene Fragen zum Wechselspiel der Gene mit der Ernährungsart. Und bis dato können Gentests noch nicht halten, was Anbieter von personalisierter Ernährungskonzepten versprechen. Es macht jedoch den Anschein, als könnten Gentests zumindest schon einmal die Motivation steigern und es manchen Menschen leichter machen, ihr Ernährungsverhalten zu ändern. Das zeigte eine Umfrage der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG): Insgesamt stimmten 47 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass sie sich durch personalisierte Ernährungsempfehlungen vermutlich besser und gesünder ernähren würden. Aber nur 19 Prozent konnten sich eher oder sehr gut (4 Prozent) einen kostenpflichtigen personalisierten Ernährungsplan inklusive DNA-Tests vorstellen.

Gute Wahl: die klassische Ernährungsberatung

Wer an der personalisierten Ernährung und einem Gentest interessiert ist, sollte sich am besten von Fachpersonal dazu beraten und begleiten lassen. Zudem hilft nach wie vor eine ausführliche Beratung bei einem Ernährungsberater oder einer Ernährungs­beraterin sehr fundiert und effektiv dabei, sein ganz persönliches Konzept für eine gesunde Ernährung zu finden.

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Bildnachweis

Artikeleinstieg: KucherAV (istockphoto.com)

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