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Eine Frau mit dunklen Locken hat die Augen geschlossen und hält beide Hände gefaltet vor ihr Gesicht. Ihre Zeigefinger liegen auf ihren Nasenflügeln.
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Schilddrüsenunterfunktion: Krankheiten rechtzeitig erkennen

Diese Krankheit zu erkennen ist nicht einfach – sie zu behandeln hingegen schon. Wir geben Ihnen erste Hilfe und Anhaltspunkte bei einer möglichen Symptomatik.

Von manchem zu wenig

Unsere Schilddrüse liegt unterhalb des Kehlkopfes und produziert Schilddrüsen­hormone aus Eiweiß und Jod. Wenn der Körper weniger dieser Hormone produziert als er benötigt, entsteht ein Mangel und somit eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Während sich eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) vereinfacht gesagt durch ein „Zuviel“ auszeichnet – durch motorische Unruhe, Nervosität oder schnellen Puls –, ist bei einer Schilddrüsenunterfunktion eher ein „Zuwenig“ charakteristisch.

Typische Symptome sind:

  • Antriebslosigkeit
  • Teilnahmslosigkeit
  • verlangsamte Reflexe
  • Gedächtnisschwäche
  • erhöhtes Schlafbedürfnis
  • Müdigkeit
  • depressive Verstimmungen
  • Kälteempfindlichkeit
  • Gewichtszunahme und erhöhte Blutfettwerte
  • Muskelschwäche, Muskelsteifigkeit und Schmerzen
  • kühle und blasse trockene Haut
  • trockenes und brüchiges Haar,
  • vermehrter Haarausfall
  • unregelmäßige Monatsblutung bei Frauen, reduzierte Empfängnisfähigkeit
  • Verminderung des Lustempfindens und der Potenz bei Männern

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann viele Ursachen haben: Die Schilddrüse selbst kann gestört sein, zum Beispiel durch eine Entzündung. Es kann auch vorkommen, dass die für die Hormonbildung wichtigen Regelzentren im Gehirn nicht richtig funktionieren. Auch schwerer Jodmangel in der Ernährung kann zu einer Unterfunktion führen, was sich in der Ausprägung eines Kropfes äußern kann. Diese Art der Schilddrüsenunterfunktion ist in Deutschland aber sehr selten. Eine Unterfunktion kann auch angeboren sein, allerdings ist das nur bei etwa einem von 4.000 Neugeborenen der Fall. 

Möglichst früh erkennen

Eine Früherkennung ist hier entscheidend, denn nur durch eine frühe Behandlung lassen sich bleibende Schäden am Nervensystem vermeiden. Die Screeningunter­suchung zur Früherkennung ist in Deutschland für alle Neugeborenen vorgeschrieben. Wenn sich im Kindesalter eine Schilddrüsenunterfunktion entwickelt, zeigt sich das häufig darin, dass die Kinder ungern essen und trinken, sich ihr Wachstum oder auch ihre geistige und motorische Entwicklung verzögern. Wenn eine Schilddrüsenunter­funktion erst einmal erkannt wurde, lässt sie sich gut behandeln. 

Ein normales Leben 

Bei Jodmangel als Auslöser wird zusätzlich Jod verabreicht, doch in der Regel gilt es, den Hormonmangel auszugleichen. Dann werden dem Körper zusätzlich Schilddrüsen­hormone in Tablettenform zugeführt, um die Beschwerden zu lindern oder zu beseitigen. Die Tablettentherapie muss in der Regel lebenslang und ohne Unter­brechung erfolgen – dann lässt sich mit einer Schilddrüsenunterfunktion ein völlig normales Leben führen.

Bildnachweis

Artikeleinstieg: PeopleImages (gettyimages.de)

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