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Eine junge Frau liegt auf dem Rücken auf dem Sofa. Sie fasst sich mit der Hand an den Kopf und hält die Augen geschlossen, als wenn sie starke Kopfschmerzen hat
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Long Covid

Covid-19 ist heimtückisch. Auch wenn Betroffene milde Verläufe haben und sich zunächst schnell erholen, zeigen sich nach Wochen erneut Symptome. Sie können ein Zeichen dafür sein, dass die Krankheit noch nicht überstanden ist. Was steckt hinter Long Covid?

Wie sehr uns das Corona-Virus krank macht, lässt sich kaum vorhersagen. Es gibt Menschen, die sich schnell wieder ganz erholen. 

Andere haben extrem schwere Verläufe, liegen wochenlang auf der Intensivstation und haben einen sehr langen Weg der Genesung vor sich. Sie leiden besonders häufig unter Long Covid. Bei ihnen zeigen sich zum Beispiel noch nach Monaten Veränderungen an der Lunge oder sie kämpfen mit Muskelschwäche, Ängsten und Depressionen.

Und eine dritte Gruppe kommt zunächst sehr gut durch die akute Phase der Erkrankung. Doch dann, nach einigen Wochen, fühlen sich die Patientinnen
und Patienten erneut krank. Da das Virus viele Organe schädigen kann, zeigen diese Betroffenen auch später ganz unterschiedliche Symptome.

Vieles ist noch unklar

Bislang gibt es keine Definition für die Langzeitauswirkungen. Zu neu ist die
Krankheit, zu unterschiedlich die Ausprägungen.

Auch die Ursachen wurden bislang noch nicht gut verstanden. Möglicherweise ist es nicht das Virus selbst, sondern das Immunsystem, das nach der Infektion noch nicht zur Ruhe gekommen ist. Forscher aus Erlangen haben den Verdacht, dass Veränder­ungen der Blutkörperchen Long Covid eventuell auslösen könnten.

Wie sieht die Behandlung gegen Long Covid aus? 

Noch gibt es keine, die bereits klar strukturiert ist. Aber es ist möglich, Symptome spezifisch zu behandeln beziehungsweise ihre Auswirkungen zu mildern. Auch wie lange diese Spätfolgen anhalten, können Fachleute bisher nicht abschließend sagen. In vielen Städten gibt es mittlerweile sogenannte Post-Covid-Ambulanzen: zum Beispiel an der Ruhrlandklinik in Essen oder am Universitätsklinikum Jena. Das Universitätsklinikum Charité Berlin bietet eine Post-Covid-Fatigue-Sprechstunde an. Halten die Erschöpfungssymptome länger als sechs Monate an, können sich Betroffene dort vorstellen. Mittlerweile bilden sich auch immer mehr Selbsthilfegruppen.

Globale Forschung 

An den späten Folgen von Corona forschen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen auf der ganzen Welt mit Hochdruck. Das Bundesforschungsministerium hat im Frühjahr 2021 fünf Millionen Euro bereitgestellt, um die Forschung in Deutschland zu unterstützen. Das Universitätsklinikum in Bonn untersucht seit diesem Sommer in einer Studie „COVIMMUNE-Clin“ besonders, welche Auswirkungen die Erkrankung auf das Nervensystem hat. Denn bei einigen Patienten besteht der Verdacht, dass sie dauerhafte nervliche Schäden davontragen. Welche Effekte führen zu solchen Langzeitfolgen? Hierfür werden Betroffene zwischen 25 und 75 Jahren mit symptomlosen oder schweren Covid-19-Krankheitsverläufen sowie gesunde Teilnehmende untersucht.

Tipp: Unter www.zusammengegencorona.de finden Sie weitere Informationen zu Long Covid. 

Die späten Folgen äußern sich in unterschiedlichen Krankheitsbildern. Es sind bisher 50 Symptome bekannt. Zu den häufigsten zählen unter anderem:

  • Kopfschmerzen
  • Kurzatmigkeit
  • Schwindel
  • starke Erschöpfung (Fatigue-Syndrom)
  • Luftnot
  • neurologische Störungen
  • plötzliches Erbrechen

Wenn Sie an Covid erkrankt waren und Symptome dieser Art an sich feststellen, nehmen Sie diese ernst und suchen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin auf. Besprechen Sie in Ruhe, wie die weitere Therapie gestaltet werden kann.

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Unser Beratungsteam hilft Ihnen rund um die Uhr gebührenfrei weiter: 0800 2834 255

Bildnachweis

Violeta Stoimenova (istockphoto.com)

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