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Großaufnahme Moskito sticht zu
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Blutvergiftung: Stille Gefahr im Blut

Die Sepsis oder Blutvergiftung ist lebensgefährlich, denn die Krankheit ist tückisch. Erfahren Sie mehr zu den Ursachen, zum Verlauf, zu den Symptomen – und welche Rolle Insektenstiche dabei spielen.

Eine Sepsis ist keine Vergiftung im eigentlichen Sinne. Sie entsteht, wenn die körpereigene Abwehrreaktion gegen eine Infektion das eigene Gewebe und die eigenen Organe schädigt. Die Infektion kann durch Bakterien oder Viren, manchmal auch durch Pilze oder Parasiten ausgelöst werden. Sie gelangen zum Beispiel durch eine äußerlich sichtbare, entzündete Wunde in den Körper. Mitunter leiden Betroffene bereits an einer Infektion wie einer Lungenentzündung oder einem Harnwegsinfekt. Bleibt diese Infektion nicht lokal im Körper begrenzt und gelangen die Erreger durch die Blutbahn in den gesamten Organismus, wird es gefährlich.

Insektenstiche: Blutvergiftung durch Stich in die Haut?

Insektenstiche lösen nicht generell eine Blutvergiftung aus. Aber es kann gefährlich werden, wenn die Einstichstelle aufgekratzt wird. Gerade Kinder neigen dazu zu kratzen, wenn der Stich juckt. Auf diese Weise können Bakterien in die Wunde eindringen und eine Entzündung auslösen. 

Wundversorgung: Typische Anzeichen einer Entzündung

  • Erwärmung
  • Schwellung
  • Schmerzen
  • Rötung
  • oftmals geschwollene Lymphknoten
  • Eiter an der Einstichstelle, falls Bakterien beteiligt sind 

In seltenen Fällen wird jedoch aus dem lokalen Infekt eine gefährliche Blutvergiftung. Denn an der entzündeten Stelle sammeln sich Bakterien oder andere Keime, die in die Blutbahn eindringen können. Dort gelangen sie anschließend in alle Bereiche des Organismus.

Spätestens dann, wenn Symptome auftreten, sollten Sie die Einstichstelle desinfizieren. Halten Sie die Wunde sauber, damit die Entzündung abklingt. 

Blutvergiftung: Symptome auf einem Blick

Die Sepsis zu diagnostizieren ist alles andere als einfach, denn ihre Symptome können auch auf andere Krankheiten hindeuten. 

Anzeichen einer Blutvergiftung:

  • Betroffene sind desorientiert, verwirrt, unruhig oder schläfrig. 
  • Ihre Atmung ist schnell und flach, sie weisen 22 Atemzüge pro Minute oder mehr auf.
  • Der Blutdruck ist niedrig und der Puls beschleunigt.
  • Die Körpertemperatur liegt über 38 Grad Celsius, häufig begleitet von Schüttelfrost.
  • Möglich ist aber auch eine zu niedrige Temperatur mit weniger als 36 Grad Celsius.
  • Warnsignal: Achten Sie auf kleine rote Flecken an vielen Stellen auf der Haut. Sie können zu größeren dunkelroten oder bläulichen Flecken verschmelzen, die so ähnlich aussehen wie ein Bluterguss. Eventuell entstehen blutgefüllte Bläschen.

Übrigens: Der bekannte rote Strich auf der Haut ist kein typisches Zeichen dieser Krankheit.

Blutvergiftung bei Kindern: Anzeichen erkennen 

Bei Kindern können zusätzliche Symptome auf eine Sepsis hindeuten:

  • Das Kind lässt sich kaum wecken.
  • Es hat eine schnelle Atmung.
  • Seine Haut ist kalt und verfärbt, manchmal gibt es einen Hautausschlag bzw. kleine Einblutungen in die Haut.

Septischer Schock: Wenn die Organe versagen

Unser Körper will die Erreger bekämpfen und reagiert mit einer massiven Abwehrreaktion. Diese wirkt so stark, dass dabei die eigenen Organe geschädigt werden. Daher kann eine Sepsis zu Schock, Multiorganversagen und zum Tod führen, vor allem, wenn die Symptome nicht früh genug erkannt und sofort behandelt werden.

Jede Sekunde zählt: Erste Hilfe bei einer Blutvergiftung

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Wenn Sie den Verdacht auf eine Infektion haben und mehrere der Symptome feststellen, rufen Sie sofort den Notruf 112. 

Einen Schutz vor einer Sepsis gibt es nicht. Aber Sie können auf Hygiene achten, offene Wunden immer direkt und sorgfältig reinigen, sind sie auch noch so klein. Wenn Sie den Verdacht auf eine Infektion haben, gehen Sie in die Arztpraxis, damit Sie rechtzeitig behandelt werden. Es gibt keine spezielle Therapie gegen Sepsis. Ärzte setzen unter anderem Infusionen ein, um Kreislauf und Stoffwechsel zu stabilisieren. Eine schnelle Therapie mit Antibiotika kann helfen, die Infektion einzudämmen.

Bildnachweis

dorioconnell (istockphoto.com)

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