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Gemütliches Haus am Strand
Lesezeit ca. 10 Min.
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Wanderrouten abseits der Berge in Ihrer Nähe

Wanderungen müssen nicht immer in den Bergen sein. Auch in Städten und rundherum gibt es spannende Wanderrouten, die zum Staunen und Entdecken einladen. Wir haben außergewöhnliche Ziele für Sie, wo Sie abseits der ausgetretenen Höhenpfade tolle Wanderausflüge erleben.

Für Kunstliebhaber

Street Art und Kunst im öffentlichen Raum haben in Zeiten geschlossener Museen viel Aufmerksamkeit bekommen. Viele Großstädte haben eigene Art-Walk-Routen entlang der sehenswerten Wandgemälde und Skulpturen. Aber auch außerhalb der großen Metropolen gibt es Freiluft-Kunst: Skulpturen-Wanderwege laden zum Zu-Fuß-Entdecken ein. Skulpturenparks bieten sich als kurzer Tagesausflug an.

Für Sich-selbst-Suchende

Der Bericht der Pilgerreise auf dem Jakobsweg von Hape Kerkeling aus dem Jahr 2006 stand sage und schreibe 103 Wochen auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Der schon vorher beliebte Jakobsweg wurde nach Erscheinen des Buches von deutlich mehr Deutschen besucht – der „Kerkeling-Effekt“. Dabei gibt es, übrigens auch in Deutschland, zahlreiche andere Pilgerwege, die entdeckt werden können. Nicht alle zielen auf klassische christliche Pilger ab. Es gibt auch Pilgerpfade für Menschen mit Interesse an Kulturgeschichte, zum Beispiel die Deutsche Märchenstraße, auf der Sie auf den Spuren der Gebrüder Grimm unterwegs sind.

Für Naturfreunde

Wer „Nationalpark“ hört, denkt wahrscheinlich zuerst an die USA mit ihrem berühmten Yellowstone-Nationalpark, der 1872 gegründet wurde und damit der älteste Nationalpark der Welt ist. Aber auch in Deutschland gibt es solche Naturparks, in denen Besucher willkommen sind. Über 100 sind es, quer durch die Republik: Nationalparks, Biosphärenreservate, Naturparks und Wildnisgebiete. Welche wie erwandert werden können, darüber informiert unter anderem der Verein Nationale Kulturlandschaften.

Nahaufnahme von Eichhörnchen im Baum beim knabbern

Für Matsch-Fans

Die Gezeiten sorgen unter anderem an der Nordseeküste für Wanderrouten, die nur in zwei Zeitfenstern im Laufe eines Tages begehbar sind. Diese abzupassen lohnt sich aber: Wattwandern gilt als sehr erholsam und ist zudem – unter sachkundiger Führung – ein familientaugliches Erlebnis. Es gibt Wattarten, in denen das Barfußwandern möglich ist, und welche, in denen aufgrund von scharfkantigen Muscheln festes Schuhwerk nötig ist. Gerade längere Touren fernab der Küste sollte man auf keinen Fall auf eigene Faust starten, denn es gibt einige Gefahren zu umgehen. Die lokalen Wattführer kennen alle Risiken und führen Sie sicher durch den Schlick. Informationen über angebotene Touren gibt es unter anderem bei den lokalen Fremdenverkehrsämtern und Naturschutzvereinen.

Für Kuschelige

Alpakas und Lamas haben in den letzten Jahren die Herzen vieler Internetnutzer erobert und machen den Katzen in sozialen Netzwerken fast schon ein wenig Konkurrenz. Zu Recht gelten die Tiere doch als tiefenentspannt – diese Ruhe soll sich bei den Spaziergängen mit den liebenswerten Tieren auf die Wanderer übertragen. Die Touren eignen sich auch für Familien und werden in vielen Regionen Deutschlands angeboten.

Für Entdeckungsreisende

Historische Denkmäler sind nicht in jedem Fall Jahrhunderte alt. In manchen herrschte noch bis vor wenigen Jahrzehnten reger Betrieb. Und manchmal versteht man auch erst auf den zweiten Blick, warum etwas denkmalgeschützt ist. So geht es wahrscheinlich manch einem mit Industriedenkmälern. Es gibt sie nicht nur im Ruhrgebiet, sondern beispielsweise auch in Bayern und im Saarland – aber kaum eine andere Region bietet so viel Industriekultur in direkter Nachbarschaft zueinander. Die Route der Industriekultur verbindet Dutzende stillgelegte Industriegelände, Gartenstädte und Arbeitersiedlungen mit Kunstwerken auf Halden sowie Museen. Es gibt verschiedene Routen, die sich teilweise sehr gut als Wanderstrecke eignen. Zu finden sind diese auf der Website der Industriekultur.

Aufnahme von historischem Stadtkern

Für alle, die doch hoch hinauswollen

Und wer es doch etwas bergiger möchte, sollte nicht nur den Alpen Beachtung schenken, sondern zum Beispiel auch den schönen Wanderrouten im Harz wie dem sportlichen Harzer-Hexen-Stieg.

Auch das Elbsandsteingebirge in Sachsen ist ein besonderes Fleckchen Erde. Es zählt mit zu den schönsten Wanderrevieren in Europa, denn es bietet eine große Abwechslung. Auf insgesamt 1.200 Kilometern kommen Familien auf ihre Kosten, aber auch begeisterte Sportwanderer.

In Bayern lässt es sich zum Beispiel auch wunderbar auf dem Altmühltal-Panoramaweg wandern. Er wurde sogar vom Deutschen Wanderverband als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ zertifiziert. Er lässt sich sehr gut auch in Etappen erobern.

Gut zu wissen

Overtourism: Trotzdem nachhaltig Wandern

In den Bergen ist es voll geworden, mancherorts zu voll. Wandertourismus ist – gerade in Zeiten, in denen Urlaub in Deutschland angesagt ist – teils zu einer Art Massentourismus geworden. Gerade Orte, die beliebte Instagram-Motive sind, werden durch den Hype richtiggehend überrannt. Wie kann man trotzdem mit gutem Gewissen Urlaub in den Bergen machen?

F.U.N.-Prinzip 

Leicht verständlich und gut umsetzbar reagiert der Deutsche Alpenverein DAV auf das Problem des Overtourism in den Alpen mit einer nachhaltigen Empfehlung namens F.U.N.:

Freundlich den Einheimischen gegenüber: Die örtlichen Regeln kennen und sich daran halten. Doch Fairness gilt auch den Mitsportlerinnen und Mitsportlern gegenüber. Dabei ist die Rücksichtnahme insbesondere dann, wenn viele Menschen auf den Wanderwegen unterwegs sind, wichtig.

Umsichtig für subjektive und objektive Gefahren: Eine realistische Selbstwahrnehmung erfordert eine gute Einschätzung der persönlichen Fitness und Ausdauer. Und das am besten, bevor man überhaupt aufbricht, und nicht erst, wenn es schon zu spät ist. 

Naturverträglich im Lebensraum der Alpen: Wildtiere respektieren, Pflanzen wachsen lassen und Hunde anleinen. Doch Landschaftsschutz beim Wandern bedeutet auch, seinen Müll mitzunehmen, kein Feuer im Wald zu machen und, wenn möglich, auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen.

Bildnachweis

Artikeleinstieg: Peggychoucair (pixabay.com)
Im Artikel: Eichhörnchen: Julian (unsplash.com), Historische Stadt: Tama66 (pixabay.com)

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