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Blick auf 2 Paar Wanderstiefen von Wanderern bei der Pause in der Natur
Lesezeit ca. 7 Min.
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Guide für Wander­schuhe: Darauf kommt’s an

Die wohl wichtigste Wanderausrüstung ist das Schuhwerk. Unsere Füße tragen uns nämlich nicht nur durchs Gelände, sie sind wahre Leistungsträger und brauchen daher einen stabilen und optimalen Schutz. Ein paar Tipps dazu, worauf Sie bei der Wahl Ihrer Wanderstiefel achten sollten.

Welche Tour wird es werden?

Es gibt Wanderstiefel, die als Allrounder gelten und für verschiedene Tourenarten, Wege und Gelände geeignet sind. Grundsätzlich ist es aber ratsam, den Schuh entsprechend der geplanten Tour zu wählen. Vor einer Neuanschaffung sollte man sich deswegen Gedanken machen, ob es feste Wege geben oder man mit dem Schuh auch unwegsames Gelände durchwandern möchte. 

Mit nassen und kalten Füßen wandert es sich schlecht. Wetterschutz – vor Regen, Nässe und Schnee – stellt deswegen ebenso Anforderungen an einen Wanderschuh. Wie viel Gepäck auf den Schultern lastet und dadurch den Fuß belastet und wie lange man damit unterwegs ist, sind zusätzliche Faktoren für einen Kauf. Der perfekte Wanderschuh kann einiges, wenn man weiß, wofür man ihn braucht. 

Geschniegelt und geschnürt

Bei Wanderstiefeln sollte in erster Linie nicht die Optik entscheidend sein, sondern der Zweck. Grundsätzlich gibt es Merkmale wie Schafthöhe, Sohlenart, Material sowie Schuheigengewicht, die entscheidend sind für den richtigen Wanderschuh. Anhand dieser Punkte sollte man prüfen, ob das gewählte Modell das richtige für die geplante Wanderung ist.

In sehr unwegsamen Geländen ist es ratsam, Schuhe mit einem ausgeprägten Sohlenprofil und einem hohen Schaft zu tragen, um ausreichend Stand und Stabilität zu haben.

Gerade für die Dauerbelastung beim Gehen ist ein atmungsaktiver Wanderschuh Gold wert, denn das sorgt dafür, dass genügend Sauerstoff zirkuliert. Ihre Füße werden es Ihnen danken.

Für Tagestouren im Sommer bieten sich auch Wandersandalen an. Dadurch vermeiden Sie Staunässe im Schuh und einen unangenehmen Schweißfuß. Für denjenigen, für den Sandalen keine denkbare Alternative sind: Auch die Wandersocken spielen beim Thema Fußschweiß eine entscheidende Rolle. 

Darauf muss ich beim Kauf von Wanderschuhen achten

Wanderschuhe im Internet bestellen? Das ist keine gute Idee. Denn Wanderschuhe müssen sehr spezifische Anforderungen erfüllen. Beim Kauf sollte man sich von einem Fachverkäufer beraten lassen und genug Zeit mitbringen, um die richtige Wahl zu treffen. Auch die passenden Wandersocken gehören zur Anprobe dazu. 

Auch bei Socken zum Wandern gibt es eine große, leicht unübersichtliche Auswahl. Welche Passform und welches Material das richtige ist, hängt zum Beispiel davon ab, zu welcher Jahreszeit gewandert wird und was für eine Tour geplant ist. Zudem sollten die Socken zu den Schuhen passen – am besten beides im Fachhandel kaufen und sich beraten lassen. Welches Material oder welche Form Sie auch immer wählen – das Wichtigste ist, dass die Socken in den Schuhen faltenfrei sitzen. Bei Faltenwurf sind Blasen an den Füßen quasi vorprogrammiert.

Da die Füße tagsüber etwas größer sind, sollte man den Schuhkauf am besten in den Nachmittag verlegen, denn auch bei längeren Wandertouren schwellen die Füße leicht an. Das Bergab- und Bergaufgehen kann man am besten auf einer schiefen Ebene testen. Solche Testlaufstrecken werden in den meisten Fachhandlungen angeboten.

Der Wanderschuh sollte sich fest schnüren lassen, aber in keinem Fall einengen. Als Faustregel gilt: Hinten an der Ferse ist guter Halt wichtig, vorne sollte ein halber Zentimeter Platz bleiben. Spezielle Einlegesohlen können hilfreich sein. Den perfekten Wanderschuh findet man also am besten direkt am Fuß – damit kann eigentlich fast nichts mehr schiefgehen.

Tipp für die nächste Wanderung

Wer den für sich perfekten Wanderschuh gefunden hat, bei dem sich aber mit der Zeit das Profil der Sohle abgelaufen hat, kann darüber nachdenken, diesen neu besohlen zu lassen, anstatt einen neuen zu kaufen. Leider ist das aber nicht bei allen Schuhen möglich – und manche Formen von Materialermüdung lassen sich auch nicht reparieren. Auch der Innenteil der Schuhe kann sich mit der Zeit abnutzen bzw. lockern.

Ein Check ein paar Tage vor der Tour, ob ältere Schuhe die Wanderung noch überstehen werden, ist ratsam.

Bildnachweis

Ceci Bravo (unsplash.com)

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