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Rauchen: Acht Antworten zu Tabak, Shisha und Vapes

Zigaretten stinken, machen abhängig und erhöhen das Krebsrisiko. Trotzdem sind Millionen Deutsche danach süchtig. Viele greifen aber längst nicht mehr zur klassischen Zigarette, sondern zur E-Zigarette oder zum Tabakerhitzer. Sind das die gesünderen Alternativen?

Zigaretten stinken, machen abhängig und erhöhen das Krebsrisiko. Trotzdem sind Millionen Deutsche danach süchtig. Viele greifen aber längst nicht mehr zur klassischen Zigarette, sondern zur E-Zigarette oder zum Tabakerhitzer. Sind das die gesünderen Alternativen?

Fakt ist: Die Zahl der Rauchenden ist in Deutschland seit Jahrzehnten rückläufig. Dennoch greift noch immer rund ein Fünftel regelmäßig zur Zigarette – mit teilweise tödlichen Folgen: Jährlich sterben in Deutschland mehr als 127.000 Menschen an den Folgen von Tabakkonsum. Dabei ist Rauchen eines der größten vermeidbaren Gesundheitsrisiken.

Gesündere Alternative?

Viele sehen deshalb im süßlich riechenden Dampf der E-Zigaretten eine gesündere Alternative zu herkömmlichen Zigaretten. Die hippen „Vapes“ gewinnen zunehmend an Beliebtheit, insbesondere bei jungen Menschen.

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Die acht wichtigsten Fragen zum Rauchen

Wie gefährlich sind E-Zigaretten, Tabakerhitzer und Shishas wirklich? Macht Dampfen schneller abhängig? Und was passiert im Körper, wenn man mit dem Rauchen aufhört? Wir beantworten zentrale Fragen rund um Tabak, Nikotin und Rauchstopp.

Welche Krankheiten werden direkt durch Rauchen verursacht?

Rauchen schadet massiv der Gesundheit. Beim Inhalieren von Tabakrauch gelangen rund 5.300 Chemikalien in den Körper, von denen mindestens 250 als gesundheitsschädlich und etwa 90 als krebserregend gelten. Rauchen steht mit mindestens 15 Krebsarten in Verbindung – darunter Lungen- und Kehlkopfkrebs, aber auch Brust-, Magen- oder Blasenkrebs. Zusätzlich erhöht Rauchen das Risiko für zahlreiche weitere Erkrankungen, etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma, Schlaganfall, Grauen Star und Typ-2-Diabetes.

Warum macht Nikotin so schnell abhängig?

Nikotin macht sehr schnell körperlich abhängig, weil es direkt im Gehirn wirkt und dort die Ausschüttung von Dopamin anregt. Das „Belohnungshormon“ sorgt für ein kurzfristiges Wohlgefühl – das Gehirn verlangt nach Wiederholung. Gleichzeitig entsteht eine psychische Abhängigkeit, da Rauchen oft fest mit Ritualen verknüpft ist, etwa der Zigarette zum Kaffee, in der Pause oder nach Feierabend.

Wie reagiert der Körper, wenn man mit dem Rauchen aufhört?

Ein Rauchstopp lohnt sich – und zwar schneller als viele denken:

  • Nach 20 Minuten: Der Blutdruck und der Puls sinken.
  • Nach 12 Stunden: Die Sauerstoffversorgung der Organe verbessert sich.
  • Nach 2 bis 9 Monaten: Die Lungenfunktion und die körperliche Leistungsfähigkeit steigen. Hustenanfälle werden seltener, die Infektanfälligkeit sinkt.
  • Nach 1 Jahr: Das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall ist etwa halbiert.
  • Nach 5 Jahren: Das Risiko für Mund- und Speiseröhrenkrebs ist deutlich gesunken.
  • Nach 10 Jahren: Das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, ist nur noch etwa halb so hoch.
Welche Methoden helfen beim Aufhören?

Es ist nicht leicht, mit dem Rauchen aufzuhören, insbesondere weil Nikotin nicht nur körperlich, sondern auch psychisch abhängig macht. Doch mit den richtigen Strategien ist der Rauchstopp durchaus machbar.

Unsere Tipps:

  1. Legen Sie ein festes, unverrückbares Startdatum für Ihren Rauchstopp fest. Teilen Sie diesen Zeitpunkt mit anderen, das verpflichtet zusätzlich.
  2. Lenken Sie sich bewusst ab, damit die Lust aufs Rauchen erst gar nicht aufkommt, zum Beispiel mit neuen Hobbys.
  3. Machen Sie einen Spaziergang oder entdecken Sie eine neue Sportart für sich. Bewegung hebt die Stimmung und reduziert Verlangen.
  4. Erkennen Sie typische Rauchsituationen im Alltag – beispielsweise die Zigarette in der Kaffeepause – und verändern Sie Ihre Routinen.
  5. Denken Sie positiv: Klar, Entzugserscheinungen sind anstrengend und unangenehm. Aber sie zeigen auch, dass sich Ihr Körper erholt.
  6. Einmal ohne Zigarette, immer ohne Zigarette! Verzichten Sie konsequent auf „Ausnahmen“ und vermeiden Sie dadurch einen potenziellen Rückfall.
  7. Sie machen eine große Veränderung durch! Belohnen Sie sich dafür – etwa mit einem Geschenk für sich selbst, das Sie mit dem gesparten Zigarettengeld finanzieren.
  8. Es muss nicht immer alles auf einmal passieren. Gehen Sie Ihren Weg in ein rauchfreies Leben Schritt für Schritt und machen Sie sich Ihre Erfolge bewusst.
Sind E-Zigaretten eine harmlose Alternative oder ein neues Risiko?

E-Zigaretten sind keine harmlose Alternative. Der Dampf entsteht in den elektrischen Geräten, indem eine Flüssigkeit („Liquid“) mit Nikotin, Aromen und weiteren Stoffen elektrisch erhitzt und als Aerosol eingeatmet wird. Studien zeigen, dass „Vapes“ und Co. auf diese Weise Nikotin teilweise sogar schneller freisetzen als herkömmliche Zigaretten. Das erhöht das Abhängigkeitspotenzial deutlich. Zudem enthalten die Aerosole reizende und potenziell gesundheitsschädliche Stoffe. Fachleute warnen insbesondere vor dem hohen Suchtrisiko – vor allem bei Jugendlichen.

Wie gefährlich sind Shishas wirklich – auch ohne tägliches Rauchen?

Beim Shisha-Rauchen wird aromatisierter Tabak durch glühende Kohle erhitzt, der entstehende Rauch durch Wasser geleitet und anschließend über einen Schlauch eingeatmet. Wasserpfeifen gelten oft als „mild“, sind aber alles andere als harmlos. Eine einzige Shisha-Sitzung kann so viel Rauch freisetzen wie mehrere Zigaretten. Dabei werden ebenfalls Nikotin, Teer, Kohlenmonoxid und krebserregende Stoffe eingeatmet. Auch gelegentliches Shisha-Rauchen belastet Herz, Lunge und Gefäße und kann abhängig machen.

Ist es gesünder, Tabakerhitzer zum Rauchen zu nutzen?

Tabakerhitzer sind keine gesunde Alternative zur Zigarette. Anders als bei E-Zigaretten wird hierbei kein Liquid verdampft, sondern echter Tabak erhitzt. Auch Tabakerhitzer setzen Nikotin und gesundheitsschädliche Stoffe frei und können abhängig machen. Langfristig belasten sie Herz, Lunge und Gefäße ähnlich wie klassische Zigaretten.

Ist Snus eine Alternative zum Rauchen?

Snus – ein orales Tabak-Präparat in Kissenform, das unter die Oberlippe gelegt wird – enthält ebenfalls viel Nikotin und macht stark abhängig. Es ist besonders bei Jugendlichen beliebt. Oft sind in den sogenannten Nikotinbeuteln unterschiedliche Geschmackstoffe enthalten, die das Produkt für junge Erwachsene besonders attraktiv machen. Zwar entstehen keine Rauchgase, dennoch erhöht Snus das Risiko für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Schäden an Zahnfleisch und Mundschleimhaut. Eine gesunde Alternative zum Rauchen ist Snus daher nicht.

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Bildnachweis

Artikeleinstieg: Filmstax (istpockphoto.com)

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