
Kommen Männer in die Wechseljahre?
Die Wechseljahre der Frauen rücken aktuell immer stärker in den Fokus der Medizin und Forschung. Doch was ist mit den Männern? Auch sie erleben eine Hormonumstellung. Doch diese unterscheidet sich deutlich von den weiblichen Wechseljahren.
Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Libidoverlust – die Wechseljahre bei Frauen gehen oft mit verschiedenen Symptomen einher. Doch auch Männer können im Alter mit ähnlichen Beschwerden konfrontiert werden. Da stellt sich schnell die Frage: Kommen Männer auch in die Wechseljahre?
Bei Frauen beschreiben die Wechseljahre die Zeit vor und nach der letzten Regelblutung (Menopause). Die hormonelle Umstellung erfolgt meistens schubweise und ist daher oft mit starken Symptomen verbunden. Die Intensität ist jedoch, genau wie der Zeitpunkt der Wechseljahre, sehr individuell und von Frau zu Frau unterschiedlich. Auch bei Männern gibt es mit zunehmendem Alter Hormonveränderungen. Diese betreffen vor allem das Sexualhormon Testosteron, das unter anderem für körperliche Funktionen wie Knochenwachstum und Muskelkraft, aber auch für psychische Faktoren wie Stimmung und Motivation verantwortlich ist.

Andropause und Hormonveränderungen
Männer beobachten mitunter im steigenden Alter Symptome wie Müdigkeit, Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Nachlassen der Muskelkraft. Diese sind den Symptomen der weiblichen Wechseljahre sehr ähnlich. Das lässt vermuten, dass auch Männer eine sogenannte „Andropause“ (Wechseljahre beim Mann) durchleben. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) widerspricht dieser Annahme jedoch und betont, dass die sogenannte Andropause nicht mit der Menopause gleichzusetzen ist.
Denn: Auch wenn sich der Testosteronhaushalt beim Mann verändert und ab circa 40 Jahre abnimmt, geschieht dies langsam, konstant und über einen längeren Zeitraum. Im Schnitt sinkt der Testosteronspiegel um ein bis zwei Prozent im Jahr. Die Abnahme unterliegt in der Regel keinen großen Schwankungen. Es handelt sich also nicht um eine vergleichbare Hormonumstellung wie in den Wechseljahren. Lediglich drei bis fünf Prozent der Männer über 60 Jahren sind von einem medizinisch relevanten Testosteronmangel betroffen. Leiden Männer jedoch unter belastenden Beschwerden, sollten sie sich nicht scheuen, ärztliche Hilfe zu suchen.
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Symptome ernst nehmen
Da der Testosteronspiegel langsam sinkt, bemerken Männer die hormonellen Veränderungen meistens nicht. Zudem produzieren gesunde Männer auch im Alter eine ausreichende Menge an Testosteron. Sollten jedoch belastende Symptome wie Potenzprobleme, Schlafstörungen oder Depressionen auftreten, sollten diese ärztlich abgeklärt werden. Denn ein ernsthafter Testosteronmangel ist behandlungsbedürftig und kann mitunter körperliche Ursachen haben.
Ist ein niedriger Hormonspiegel ausgeschlossen, können auch andere Ursachen wie Stress, ungesunde Ernährung und Übergewicht Gründe vorliegen. Daher sollten entsprechende Symptome ernst genommen werden, um gesundheitliche Ursachen auszuschließen. Eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung und ausgewogener Ernährung kann zudem helfen, die Beschwerden in den Griff zu bekommen und auch im Alter fit und aktiv zu bleiben.
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Texteinstieg: jeffbergen (istockphoto.com)
Bild im Text: svetikd (istockphoto.com)


