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Eine blonde Ärztin impft einen Mann mit dunklen Haaren. Der Mann hält seinen entblößten Arm hin. Beide tragen Masken.
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Novavax-Impfstoff für Erwachsene: was Sie über den Totimpfstoff wissen müssen

Die STIKO aktualisiert ihre COVID-19-Impfempfehlung und empfiehlt neben den bisherigen COVID-19-Impfstoffen den Impfstoff Nuvaxoid für Personen ab 18 Jahren. Was unterscheidet Nuvaxovid von anderen Impfstoffen? An wen richtet sich die Empfehlung? Die wichtigsten Antworten hierzu im Überblick.

Der Impfstoff Nuvaxovid des US-Herstellers Novavax ist seit Dezember in der EU zugelassen. Nun gibt es eine Empfehlung der Ständigen Impfkommision (STIKO), die sich für eine Impfung gegen COVID-19 zur Grundimmunisierung mit Nuvaxovid ausspricht – unter bestimmten Voraussetzungen. 

Die STIKO empfiehlt die Impfung ...

  • ... für Personen ab 18 Jahren.
  • ... für eine Grundimmunisierung. Während man ab der dritten Impfung von einer Auffrisch- oder Boosterimpfung spricht, versteht man unter einer Grundimmunisierung die ersten beiden Dosen. Für eine Grundimmunisierung sollen zwei Dosen Nuvaxovid im Abstand von mindestens drei Wochen eingesetzt werden. 
  • ... nicht für Anwendungen während der Schwangerschaft und Stillzeit.

Wie gut wirkt der Impfstoff von Novavax?

Die STIKO teilt mit, dass die Zulassungsstudien keine Sicherheitsbedenken hinsichtlich schwerer unerwünschter Wirkungen nach der Impfung ergaben. In den Zulassungsstudien zeigte Nuvaxovid einen Infektionsschutz etwa 90 Prozent. Damit ist er hochwirksam. Die Wirksamkeit des Impfstoffes sei mit der von mRNA-Impfstoffen vergleichbar. Zur klinischen Wirksamkeit gegen die Omikron-Variante konnten bisher noch keine Aussagen getroffen werden.

Was ist ein Totimpfstoff?

Bei bisherigen Impfstoffen wie BioNTech oder Moderna handelte es sich um mRNA-Impfstoffe; Astrazeneca und Johnson & Johnson sind vektorbasierte Impfstoffe. Sie sorgen dafür,dass der Körper selbst kleine Teile des Erregers herstellt. Im Falle der Corona-Impfstoffe ist dies ein kleines Protein von der Oberfläche des Virus; Spike-Protein genannt. Auf diese Erregerteile reagiert dann unser Abwehrsystem und kann einen Schutz entwickeln.

Auch Nuvaxovid regt unser körpereigenes Abwehrsystem zur Antikörperbildung an. Das Verfahren hinter dem Impfstoff funktioniert allerdings anders als bei mRNA-Impfstoffen und vektorbasierten Impfstoffen, denn bei Nuvaxovid handelt es sich um einen sogenannten Totimpfstoff. Er enthält nur abgetötete Krankheitserreger, die sich nicht mehr vermehren können. Diese werden vom Körper als fremd erkannt, wodurch sich Antikörper bilden.

Der Begriff Totimpfstoff mag zwar furchteinflößend klingen, ist aber sicher. Das Verfahren wird seit Jahrzehnten für sehr erfolgreiche Impfstoffe genutzt – zum Beispiel für Vakzine gegen Hepatitis B, Keuchhusten, Tetanus, Kinderlähmung oder Diphterie.

Keine Nuvaxovid-Impfungen in Arztpraxen

Die Bundesregierung erwartet innerhalb der zwei Wochen ab dem 21. Februar 2,4 Millionen Dosen vom Hersteller Novavax. Die Dosen werden vom Gesundheitsministerium ausschließlich an die Länder gegeben, nicht an Praxen. Ab dem 16. März 2022 gilt in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen eine einrichtungsbezogene Impfpflicht. Die Novavax-Dosen sollen den Ländern dabei helfen, diese einrichtungsbezogene Impflicht – beispielsweise in Krankenhäusern – zu beschleunigen.

Weitere Informationen zu Impfstoffen

Weitere Informationen zu der Wirksamkeit von Impfstoffen
finden Sie auf der Website www.zusammengegencorona.de

Bildnachweis

Artikeleinstieg: StefaNikolic (istockphoto.com)

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