Lesezeit ca. 2 Min.

Tabuzone Binge-Eating-Störung

Die Binge-Eating-Störung ist eine Krankheit, die einen hohen Leidensdruck bei Betroffenen auslöst. Wie äußert sie sich und welche Heilungswege gibt es?

Erst kommt der vollständige Kontrollverlust beim Essen, dann die Scham, der Selbsthass und die Traurigkeit – Gefühle, die ein Loch in die Seele reißen, das gefüllt werden will. Mit Essen. Das ist der mentale Teufelskreis, in dem sich Menschen mit einer Binge-Eating-Störung befinden können.

Was ist Binge-Eating?

Betroffene erleben regelmäßige Essanfälle und die damit verbundenen langfristigen körperlichen Folgen: Übergewicht bis Adipositas. Denn anders als bei Anorexie (Magersucht) oder Bulimie (Ess-Brech-Sucht) versuchen Erkrankte nach einem Binge-Eating-Anfall die Nahrung nicht wieder über Gegenmaßnahmen wie Erbrechen oder exzessiven Sport „loszuwerden“. Stattdessen essen sie während eines Anfalls große Mengen innerhalb kurzer Zeit, oft, bis sie sich unwohl fühlen oder Schmerzen haben.

Zum Weiterhören

Mehr zum Thema Essstörungen, wie Sie eine Erkrankung erkennen und wie Sie Betroffene unterstützten können, erfahren Sie hier in unserem Gesundheitspodcast.

Die Störung betrifft Männer und Frauen gleichermaßen und ist die am weitesten verbreitete Essstörung in Deutschland. Viele Erkrankte fühlen sich schuldig, ziehen sich zurück und essen heimlich – zusätzlich verstärkt durch das gesellschaftliche Stigma rund um Körperfülle.

Dass die Binge-Eating-Störung ein Tabuthema ist, liegt auch daran, dass sie oft als harmloses Überessen oder Willensschwache missverstanden wird. Dabei ist die Binge-Eating-Störung eine ernst zu nehmende psychische Erkrankung, die behandelt werden muss.

In einer Psychotherapie können Betroffene ein gesundes Essverhalten wieder erlernen. Ein offenes, unterstützendes Umfeld sowie öffentliche Aufklärung helfen, das Schweigen der Erkrankten zu durchbrechen und ihnen den Weg zu Hilfsangeboten zu erleichtern.

Wo finde ich Hilfe?

Die hausärztliche Praxis ist eine gute erste Anlaufstelle. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kennt die Hilfsangebote und kann Sie entsprechend beraten.

Bildnachweis

Artikeleinstieg: domoyega (istockphoto.com)

Zum Weiterlesen