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Yoga für Magen und Darm

Sanfte Bewegungen, Stressreduktion und bewusstes Atmen – Yoga ist nicht nur eine effektive Sportart, die Entspannung und Mobilität gleichermaßen fördert, sondern auch ein echtes Allroundtalent bei Magen- und Darmproblemen. Yoga- und Meditationslehrerin Lydia Albers erklärt im Interview, weshalb.

Magen- und Darmprobleme können viele Ursachen haben. Wo setzt Yoga genau an?

Oft sind es Stress und mangelnde Bewegung, die unsere Verdauung ausbremsen. Das kann zu Magen- und Darmbeschwerden führen. Mit gezielten Yoga-Übungen kann man seine Verdauung wieder in Schwung bringen und so Übelkeit, Verstopfungen und Blähungen entgegenwirken. Bewusste Übungen und auch Entspannung regen unsere Verdauung also wieder gezielt an.

Warum kann Yoga helfen? 

Sanfte Bewegungen und Drehungen sowie Vor- und Rückbeugen des Körpers, wie sie bei vielen Yoga-Übungen praktiziert werden, mobilisieren gezielt unser Bindegewebe und die Bauchorgane. Dadurch bekommen Magen und Darm mehr Platz, was sich positiv auf die Verdauung auswirkt. Aber auch das bewusste Atmen beim Yoga spielt eine große Rolle. Eine tiefe Atmung, auch Bauchatmung genannt, spricht das Zwerchfell an und dehnt es aktiv nach unten. Das entspannt nicht nur das Nervensystem, sondern fördert die Durchblutung im Bauchraum, was die Verdauung wiederum positiv beeinflusst. 

Welche Yoga-Übungen sind gut für Magen und Darm?

Verdauung braucht Zeit. Daher ist eine regenerative bzw. restorative Form des Yogas, auch Yin Yoga genannt, hilfreich. Der Fokus liegt hier auf ruhigen Übungen, die hauptsächlich im Sitzen oder Liegen stattfinden. Ziel ist es dann, den parasympathischen Teil unseres Nervensystems anzusprechen, der für unsere Entspannung zuständig ist. Denn wenn wir entspannt sind, funktioniert auch meistens unsere Verdauung wieder besser. Zudem sind es beim Yoga nicht nur die Bewegungen, die helfen können, es ist auch die Kombination mit Meditationsübungen und bewussten Atemtechniken. So wird der Körper als gesamtes System angesprochen, in dem Verdauung ja eine zentrale Rolle spielt.

Machen Sie mit!

Im Video zeigt Yoga- und Meditationslehrerin Lydia Albers Übungen, die bei Magen- und Darmproblemen helfen können. 
 

Viele Frauen leiden während ihrer Periode unter Magen- und Darmbeschwerden. Kann Yoga auch hier helfen? 

Ja, Frauen können auch bei zyklusbedingten Beschwerden sanfte Yoga-Übungen gegen einen Blähbauch oder Unterleibschmerzen einsetzen. Wichtig ist, in sich hineinzuhören und sich bei Schmerzen nicht zu übernehmen und auszupowern. Hier sollte man lieber auf sanfte, wiederholende Bewegungen setzen und im Zweifel auch mal eine Pause machen.

Was sollte man beachten, bevor man Yoga bei Magen- und Darmbeschwerden praktizieren möchte?

Yoga setzt bei mehreren Ursachen für Magen- und Darmprobleme an. Trotzdem ist es wichtig, im Vorfeld die genauen Gründe für anhaltende Beschwerden ärztlich abklären zu lassen, um mögliche Krankheiten oder Unverträglichkeiten auszuschließen. Denn hier hilft mitunter nur eine gezielte Ernährungsumstellung.
 

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Artikeleinstieg: Stefan Tempes

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