
Mama, mir schmeckt’s nicht!
Pilze, Zwiebeln, Tomaten – die Liste an Lebensmitteln, die Kinder nicht mögen, kann lang sein. Am liebsten isst das Kind Nudeln mit Ketchup. Sonst nichts! Kein Wunder also, dass das Thema Essen immer wieder zuverlässig für Konflikte am Familientisch sorgt.
Viele Eltern sind überzeugt: Mein Kind ist ein Picky Eater, übersetzt „wählerischer Esser“. Menschliches Essverhalten ist allerdings vielfältig. Und so ist die Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel in den meisten Fällen ein normaler Teil der kindlichen Entwicklung. Dabei spielt die Entdeckung der eigenen Autonomie ebenso eine Rolle wie Neophobie, die Angst vor Neuem – eine Überlebenstaktik, denn die Angst vor unbekannten Lebensmitteln konnte unseren Vorfahren das Leben retten.
Abneigung gegen Essen
Bei „Picky Eatern“ geht die Abneigung gegen Essen hingegen weit über das Aussortieren bestimmter Lebensmittel hinaus. Betroffene Kinder bevorzugen beispielsweise nur eine Konsistenz, eine Geschmacksrichtung oder nur Nahrung mit einem bestimmten Geruch. Fachleute sprechen von einer „sensorischen Nahrungsverweigerung“, die einer gezielten Therapie bedarf.
Leckeres für die Pause
Über einen leckeren Pausensnack für Kita oder Schule freut sich jedes Kind. Dabei muss es nicht immer eine Käsestulle sein. Leckere Rezepte für gesunde und lustige Pausenbrote finden Sie hier zum Download.
Kinder, die vom „Picky Eating“ betroffen sind, haben beispielsweise ein extrem wählerisches Essverhalten, brauchen für eine Mahlzeit länger als 45 Minuten, verweigern Nahrung manchmal auch ganz oder erbrechen sogar. Gleichzeitig können Betroffene die bevorzugte Nahrung problemlos zu sich nehmen und essen sie dann alle zwei Stunden oder häufiger.
Ruhe bewahren
Ob „Picky Eater“ oder nicht – grundsätzlich gilt: Machen sich Eltern Sorgen oder haben den Eindruck, dass ihr Kind antrieblos, häufig krank ist oder andere Auffälligkeiten rund um die Ernährung zeigt, ist ein Besuch bei der Kinderärztin oder dem Kinderarzt ratsam. Darüber hinaus hilft vor allem eines: Ruhe bewahren und auf den Mere-Exposure-Effekt setzen. Das heißt: Wird Kindern ein unbekanntes Lebensmittel immer wieder angeboten, gewöhnen sie sich an neue Geschmäcker und bilden neue Vorlieben aus.
Fünf Tipps für entspanntere Mahlzeiten mit Kindern
Gemeinsam vorbereiten
Beziehen Sie Ihr Kind in Einkauf und Zubereitung mit ein. Die gemeinsame Auswahl von Produkten und das Kochen leckerer Rezepte schafft Vertrauen und macht neugierig auf neue Lebensmittel.
Mit Appetit essen
Mit Hunger und Appetit macht das Probieren neuer Speisen direkt mehr Spaß. Wer einen vollen Bauch hat, greift hingegen nicht so gern zu.
Essen fürs Auge
Bunt angerichtete oder kreativ gestaltete Speisen – beispielsweise als lachendes Gesicht angeordnete Rohkost – steigern bei Kindern die Lust aufs Essen.
Wahlfreiheit geben
Manche Kinder mögen es nicht, wenn Lebensmittel sich vermischen. Richten Sie Nudeln und Sauce separat an. In die „Mag-ich-nicht-Schüssel“ dürfen Kinder ungeliebte Zutaten aussortieren.
Druck rausnehmen
Kinder brauchen Zeit, um sich an neue Geschmäcker zu gewöhnen. Etwa zehnmal muss Essen angeboten werden, bis Kinder es akzeptieren. Für Eltern heißt das: Nicht Zwang, sondern Geduld führt zum Ziel.
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